Eine völkische Parallelwelt
Die taz hat zur völkischen Gruppe „Jugendadler“ recherchiert und konnte dabei eine „Eheleite“ beobachten, eine heidnische Hochzeit. Die Gesellschaft feierte sie am 30. Mai in Neubulach nahe Stuttgart. Diese Hochzeit ist mehr als ein ausgelassenes Fest. Es ist ein Treffen einer Szene, die sich als nationalistische Avantgarde versteht. Die heidnische Rituale pflegt, um eine antimoderne Lebenswelt von Generation zu Generation weiterzureichen. Sie soll damit auch den Zusammenhalt dieser Szene stärken und auch den einer Organisation, der die Frischvermählten angehören: der Jungadler.
Es ist eine Gruppe, die Kinder in Zeltlagern zu Härte drillt, die ihnen NS-Größen als Vorbilder vermittelt. Die sich bundesweit organisiert und Verbindungen bis zur #NoAfD und der Identitären Bewegung hat. Die sich äußerst konspirativ gibt. Und bei der sich die Frage stellt, ob sie nicht eine Nachfolgerin der 2009 verbotenen rechtsextremen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) ist – und damit ebenso verboten gehört.
Und dennoch hatten die Sicherheitsbehörden die Gruppe lange nicht auf dem Schirm. Erst vor gut einem Jahr scheinen die Jungadler dort wirklich ins Visier geraten zu sein – durch eine Anzeige ausgerechnet gegen einen Brandenburger Oberstaatsanwalt, der die Gruppe unterstützt haben soll.
✏️ Autor*innen: Andrea Röpke, Johannes Grunert @jhnnsgrnrt, Nils Lenthe, Konrad Litschko, @konlitschko
📹 Video: Johannes Grunert; Nils Lenthe, isso.media
🎬 Produktion: Nicolai Kary @yrakocin
🔗 Die exklusive taz-Recherche findest du wie immer ohne Paywall unter taz.de/Voelkische-Gruppe-indok…
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